Wer gegenüber einem Tier Mitleid fühlt,dem wird auch Gott Mitleid schenken.

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Wenn die WTO zusammentritt, um über die Abschaffung schädlicher Fischereisubventionen zu verhandeln, ist dies unsere letzte und beste Chance. Wird es ein enttäuschendes Déjà-vu oder kommt jetzt endlich der entscheidende Schritt nach vorn?

Wer zu Beginn der Verhandlungen geboren wurde, könnte heute fast mit der Ausbildung fertig sein. Nach 20 Jahren und unzähligen verpassten Fristen warten wir immer noch darauf, dass im November die WTO-Mitglieder ihre Versprechen einlösen und ihren entscheidenden Beitrag zum Kampf gegen die Überfischung leisten. Auf der WTO-Ministerkonferenz steht wieder einmal ein Abkommen über Fischereisubventionen auf der Tagesordnung.

Die Meere haben keine Zeit mehr

Wir müssen alle hoffen, dass es jetzt endlich zu einem multilateralen Abkommen kommt. Denn wir haben einfach keine Zeit mehr. Die Welt steht vor einer existenziellen Klima- und Biodiversitätskrise. Über ein Drittel der kommerziell genutzten Fischbestände sind derzeit überfischt, fast 60 Prozent werden bis an ihre biologischen Grenzen befischt. Hier in Europa ist die Situation besonders schlimm: Im Mittelmeer und im Schwarzen Meer werden sogar 62,2 Prozent der Bestände als überfischt klassifiziert.

Die Wiederherstellung der Gesundheit der Meere spielt eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung der Auswirkungen der Erderwärmung. Aber die Überfischung untergräbt die Widerstandsfähigkeit der Meere. Und dennoch geben Regierungen jedes Jahr mindestens 22 Milliarden US-Dollar an schädlichen Fischereisubventionen aus, die die Zerstörung unserer Meere — immerhin zwei Drittel der Oberfläche unseres Planeten — vorantreibt. Es ist grotesk: Wir zahlen Unsummen für die Zerstörung unserer eigenen Lebensgrundlage.

Haben die Fischereisubventionen endlich Priorität?

Aber, wie ein berühmter Dichter einst schrieb: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Generaldirektorin der WTO  Ngozi Okonjo-Iweala, hat den Abschluss der Verhandlungen zu einer ihrer obersten Prioritäten gemacht. Ihr Erfolg wird als Lackmustest für die Glaubwürdigkeit der WTO angesehen. Der aktuelle Entwurf des Abkommens enthält alle Elemente, die für ein ehrgeiziges und wirksames Abkommen erforderlich sind.

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Sogar UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat sich in dieser Sache zu Wort gemeldet. Das ist ein ungewöhnlicher Schritt. Er hat im September ein dringendes Schreiben an alle Staatsoberhäupter gerichtet, in dem er die WTO-Mitglieder auffordert, ein Abkommen über Fischereisubventionen zu beschließen.

Fischereisubventionen Fischfang
Seit 20 Jahren verhandelt die WTO über Fischereisubventionen © naturepl.com / Chris Gomersall / WWF

Trotz alledem: Ob das lange Warten auf ein Abkommen wirklich bald ein Ende hat ist weiterhin ungewiss. Es besorgt uns, dass mehrere WTO-Mitglieder auf weitreichende Ausnahmeregelungen drängen, welche die jüngsten Fortschritte untergraben könnten. Es darf den Regierungen jetzt nicht darum gehen, etwaige Vorteile zu sichern. Wir müssen den Übergang zu einer Fischerei schaffen, die die Lebensgrundlage der vom Meer abhängigen Küstengemeinden nicht in Gefahr bringt — und die Gesundheit der Meere und Fischbestände als wichtigste Voraussetzung dafür anerkennt.

Es steht viel auf dem Spiel

Dies ist die wirklich die letzte Chance für die WTO-Mitglieder, ihre Versprechen einzulösen. Ihre mangelnde Bereitschaft, vernünftige und evidenzbasierte Kompromisse einzugehen, birgt katastrophale Risiken für die marinen Ökosysteme, für die weltweiten Fischbestände und die Lebens- und Ernährungsgrundlagen der Küstengemeinden.

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Japan, China, die EU und die USA geben am meisten für Fischereisubventionen aus. Die WTO-Mitgliedsstaaten, insbesondere diejenigen, die sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern die größten Subventionen bereitstellen, haben die Pflicht, politischen Willen zu zeigen,ihre internationalen Verpflichtungen einzuhalten und den Worten nun endlich Taten folgen zu lassen.

Wir können mit der Natur nicht über mehr Zeit verhandeln. Bleibt es bei leeren Worten, wird dies einen leeren Ozean zur Folge haben.