Wer gegenüber einem Tier Mitleid fühlt,dem wird auch Gott Mitleid schenken.

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Hummeln haben Glatzköpfe, eine Lieblingsfarbe, sind fleißiger als Bienen und “brummen” den Pollen aus Blüten. Die lateinische Bezeichnung für Hummel — Bombus – bedeutet denn auch so viel wie „Brummen“. Und das typische Hummel-Brummen kommt von einer Art eingebauter Heizung.
Erstaunliches Faktenwissen
über die pelzigen Wildbienen:

Hummeln haben eine Lieblingsfarbe

Hummeln fliegen im wahrsten Sinne des Wortes auf die Farbe Blau. Sie ziehen blaue und violette Blüten denen anderer Farbe vor. Wie übrigens viele andere Bienenarten auch.

Stechen oder beißen?

Hummeln können tatsächlich beißen! Aber nicht als Verteidigung gegen Menschen. Hummeln sind sehr friedfertig. Fühlen sie sich bedroht, können weibliche Hummeln stechen. Anders als bei den Honigbienen bleibt der Stachel aber nicht stecken. So wird in der Regel weniger Gift abgegeben. Männliche Hummeln — die Drohnen — haben wie bei allen Wildbienen und den Wespen keinen Stachel.

Können Hummeln stechen? Ja, aber sie tun es nur selten.
Wenn Hummeln “Mittelfinger” zeigen © Florian Lauer, WWF

Abwehrgeste: Wenn Hummeln „Mittelfinger“ zeigen

Eine Hummel sticht nur selten, als letztes Mittel in äußerster Not. Zuvor warnt sie mit verschiedenen Gesten. Sie streckt ihr mittleres Bein der Bedrohung entgegen und wirft sich – wenn das nicht hilft — auf den Rücken, um unter lautem Brummen ihren Stachelapparat zu präsentieren.

Warum Hummeln Glatze tragen

Im Gegensatz zu ihren pelzigen Körpern haben manche Hummeln einen kahlen Kopf. Das kommt durch enge Nesteingänge, an denen sie sich die Haare abreiben. Aber auch am Rest ihres Körpers verlieren Hummeln mit zunehmendem Alter ihre Haare und ihre Farbe. Das macht es besonders schwer, sie genau zu bestimmen.

Das Hummel-Paradoxon: Doch nicht zu dick zum Fliegen

Weit verbreitet ist die These, die ein Physikstudent in den 1930er Jahren aufgestellt haben soll: Eigentlich dürften die Pummel-Hummeln gar nicht fliegen können. Zu schwer im Vergleich zur Fläche ihrer Flügel, lautete das Urteil nach den Gesetzen der Aerodynamik. Das stimmt aber nur, wenn man von starren Flügeln wie bei einem Flugzeug ausgeht.
Ende der 1990er bewies ein britischer Physiker mit einer Superzeitlupenkamera, dass Hummeln mit ihren beweglichen Flügeln tornadoartige Wirbel erzeugen, die ihnen Auftrieb geben.

Das Hummel-Paradoxon besagt, dass Hummeln nach Gesetzen der Aerodynamik eigentlich nicht fliegen können dürften. Das stimmt aber nicht.
Bekannter Spruch: Warum können Hummeln fliegen? © IMAGO, blickwinkel

Hummeln könnten sogar den Mount Everest überfliegen

Einige Hummelarten kommen in großen Höhenlagen und Gebirgsregionen von etwa 3000 Metern vor. Schon hier ist es erstaunlich, dass sie bei dünner Luft und damit geringerem Auftrieb noch fliegen können. Doch auch Höhen von 9000 Metern wären für Hummeln theoretisch kein Problem. Das haben US Forscher:innen durch Versuche in Druckluftkammern herausgefunden.

Schrumpfende Rüssel

Viele Hummeln haben einen relativ langen Rüssel. Der Rüssel der Eisenhuthummel ist mit bis zu 2,3 Zentimetern sogar fast so lang wie ihr Körper. Hiermit gelangen sie an tief in Blüten liegenden Nektar. Auch Nektarraub durch Anstechen mit dem Rüssel ist häufig.

In den Rocky Mountains beobachtet man allerdings gerade, dass die Rüssel der Hummeln von Generation zu Generation kürzer werden. Schuld ist der Klimawandel, durch welchen es weniger Blumen-Arten gibt. Um das zu nutzen, was noch zur Verfügung steht, darf die Hummel nicht nur auf Blüten mit langen Kelchen spezialisiert sein.

Härter gesotten als Bienen. Und fleißiger.

Der typische „Arbeitstag“ einer Hummel dauert 18 Stunden. Etwa 1000 verschiedene Blüten fliegt sie in dieser Zeit an und sammelt ungefähr zwölfmal mehr Nektar als eine Honigbiene. Und Hummeln sammeln bei ihren Flügen Nektar und Pollen gleichzeitig. Das unterscheidet sie von unseren Honigbienen, die zumeist nur eines von beidem sammeln, was sie teilweise zu recht ineffizienten Bestäubern macht.

Außerdem sind Hummeln schon früher im Jahr und ab Temperaturen von 2 bis 6 Grad Celsius aktiv. Sie fliegen bei Regen, Hagel und Schnee. Ihr Pelz isoliert und sie haben eine Art eingebaute Heizung: Um sich aufzuwärmen, kuppeln Hummeln ihre Flügel aus und zittern heftig mit ihrer Flugmuskulatur. Dieses Zittern erzeugt das typische Hummel-Brummen.

Hummeln haben „Käsefüße“

Jede Hummel hat ihren ganz eigenen Fußgeruch und kann mit ihren Füßen gezielt Duftmarken setzen, um Blüten als bereits bestäubt zu markieren. Hummeln arbeiten also nicht nur fleißig, sondern auch effektiv.

Hummeln bilden Sommerstaaten
50 bis 600 Hummeln: Hummelvolk © IMAGO, Imagebroker

 

Einzig Überlebende: Die Hummel-Königin

Hummeln haben – wie die Honigbienen – eine Königin. Sie ist die einzige, die überwintert! (Im Gegensatz zu den Honigbienen, deren Arbeiterinnen den Winter teilweise überleben.) Bereits befruchtet begibt die Hummelkönigin sich in den Winterschlaf. Im Frühjahr sind zunächst nur Hummelköniginnen unterwegs und suchen nach dem richtigen Ort für ihr Nest in Steinspalten, Holzhaufen und in der Erde, zum Beispiel in verlassenen Mauselöchern.

Staatenbildung: Hummeln sind erstaunlich gesellig

Die meisten Wildbienen bei uns leben alleine und versorgen ihren Nachwuchs selbst, sogenannte Solitärbienen. Die Hummeln bilden wie die Honigbienen Staaten. Allerdings Staaten, die nur eine Saison bestehen, sogenannte Sommerstaaten. Hummeln werden nicht alt. Die Wiesenhummel beispielsweise nicht einmal 30 Tage.

Wo leben Hummeln?

Das kommt auf die Art an: Hummeln gehören zu den Stech-Immen. Weltweit gibt es um die 250 Hummelarten, besonders viele davon in Europa und Asien. In Deutschland leben ungefähr 30 verschiedene Hummelarten in je unterschiedlichen Lebensräumen. Zumeist verrät ihr Name, wo die Hummel lebt und ihre Eier ablegt. Wie bei den Erdhummeln, Ackerhummeln, Baumhummeln oder Gartenhummeln.

Warum sind Hummeln wichtig? Hummeln sind sehr wichtige Bestöuber, effektiver als zum Beispiel Honigbienen.
Erdhummeln – die bekannteste Hummel-Art © IMAGO, blickwinkel

Ins gemachte Nest: Kuckuckshummeln

Kuckuckshummeln bilden keinen eigenen Staat. Wie der namensgebende Kuckuck legen sie ihre Eier in fremde Nester. Es sind Sozialparasiten, die anderen Arbeiterhummeln ihren Nachwuchs unterjubeln. Den Kuckuckshummeln fehlt selbst die Beinbehaarung zum Sammeln von Pollen für die Larven. Zusätzlich sind Kuckuckshummeln oft besonders kräftig und haben einen dickeren Panzer, der sie vor der Verteidigung ihrer Wirte schützt.

Was Hummeln bedroht

Jeden Hochsommer verhungern unzählige Hummeln. Es gibt zu wenig Spätblüher, Wiesen werden zu oft und intensiv genutzt. Nistmöglichkeiten fehlen. Einer der Gründe ist die intensive Landwirtschaft. Aber auch der eigene Garten erschwert den Hummeln das Überleben, ist er zu aufgeräumt und ohne Raum für Wildkräuter.

Pflanzenschutzmittel setzen den Hummeln ebenfalls zu. Und der Klimawandel: Wo es immer wärmer wird, verschwinden die dicken Brummer aus ganzen Regionen. Hummeln leben seit mehr als 25 Millionen Jahren auf unserer Erde. Heute sind viele Arten vom Aussterben bedroht.

So ausgefeilt wie empfindlich: Ohne Hummeln wird es kahl

Mit ihrem langen Rüssel, ihrer Ausdauer und Robustheit sind Hummeln extrem wichtige Bestäuber. Viele Pflanzen mit besonders tief liegendem Nektar und auch Nachtschattengewächse wie die Tomate sind von der Hummel abhängig. Hummeln können Tomaten besonders effizient bestäuben, durch die sogenannte Buzz-Bestäubung. Hierbei vibrieren die Hummeln durch starkes Summen den Pollen aus der Blüte.

Schon das Ausfallen von nur einer Hummelart kann sich auf die Reproduktion ganzer Pflanzengesellschaften negativ auswirken. Auf einer alpinen Weide zum Beispiel haben die unterschiedlichen Arten verschiedene Lieblingsblüten. Auch aus Konkurrenzdruck. Fällt eine Art aus, fliegen die Hummeln vermehrt unterschiedliche Blüten an und es kommt zu einer schlechteren Bestäubung, weil mehr unterschiedlicher Pollen an ihnen haftet.

Tipp: Hummeln helfen — Aber bitte kein Zuckerwasser

Hummeln mit Honigwasser oder Zuckersaft aufpäppeln ist keine gute Idee. Geschwächte Hummeln sind oft in Kältestarre, um Energie zu sparen. Bitte nicht stören.

Am besten helft Ihr Hummeln mit einem hummelfreundlichen Garten oder Balkon: Naturnah, mit wilden Ecken, wenig Rasenmähen und vielen Blühpflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr und auch spät blühen. Die meisten Hummelkästen sind eher ungeeignet. Und umgedrehte Tontöpfe mit Stroh schaden eher!

Übrigens: Hummeln stehen unter Artenschutz. Man darf sie weder fangen, töten, noch ihre Nester bekämpfen.

Der Beitrag Hummeln: 15 Fakten über die „Teddys der Lüfte“ erschien zuerst auf WWF Blog.


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